<< Alzheimer-Alternativ-Therapie >>

Wenn die gängige Medizin nicht hilft liegt das vielleicht daran, dass sie nur am Körper und nicht am Menschen ansetzt.

 

Problematik

Ziele

Aktivitäten

Veranstaltungen

Projekt GAFA

Literatur

Erfahrungsberichte    

Wir über uns

Was Sie tun können

Kontakt

Kommentar zu Frederic Vester: Denken, Lernen, Vergessen - von Adelheid von Stösser

Frederic Vester

Denken, Lernen, Vergessen

Was geht in unserem Kopf vor, wie lernt das Gehirn, und wann lässt es uns im Stich?

Deutscher Taschenbuch Verlag, 29. Auflage 2002

"Was hat es mit den Vorgängen beim Denken, Lernen und Vergessen eigentlich auf sich? Manches lernt man schnell, anderes begreift man nie. Was man eben noch wusste, ist oft schon nach Sekunden wieder weg. Dies alles sind Erfahrungen, die jeder schon gemacht hat. Fredric Vester zeigt auf seiner Kreuzfahrt durch das menschliche Gehirn eine völlig neue Richtung der Gehirnforschung: die Biologie der Lernvorgänge. Auf eine sehr klare und anschauliche Art führt er den Nachweis, dass alle Mühe umsonst ist, wenn man beim Lehren und Lernen gegen die biologischen Grundgesetze verstößt - Gehirnforschung, wie sie jeden angeht." (Der Verlag über das Buch)

"Warum vergesse ich eigentlich immer wieder wie bestimmte Worte geschrieben werden, die ich tausendfach bereits gelesen und geschrieben habe?", fragte ich mich lange Zeit. Während den meisten MitschülerInnen völlig selbstverständlich war, dass z.B. "und" mit "d" und nicht mit "t" geschrieben wird, stellte mich dieses Wort noch mit vierzehn regelmäßig vor die Qual der Wahl. Da dies keineswegs das einzige Wort war, dessen Schreibweise ich mir nicht merken konnte, war meine gesamte Schulzeit überschattet von Rechtschreibfehlern. Heute nennt man dieses Phänomen "Legasthenie", wodurch diese Lernschwäche den Status einer Krankheit erhält und in gewisser Weise salonfähig geworden ist. Manche brüsten sich sogar damit, zumal auch intelligente Menschen wie Einstein angeblich davon betroffen waren. Mich haben meine Fehler irgendwann so genervt, dass ich diese Schwäche unbedingt loswerden wollte. Und so habe ich mir eigene Übungshilfen ausgedacht und, was das Entscheidende war, aus eigenem Antrieb in der zu mir passenden Art gelernt. Es hat ungefähr drei Jahre gebraucht, bis ich mir zutrauen konnte, einen Brief unkorrigiert loszuschicken, ohne Angst wegen zu vieler Fehler disqualifiziert zu werden. Eine solche Erfahrung prägt natürlich. Sie führte u.a. dazu, dass ich früh schon eine besondere Vorliebe für Informationen über das Phänomen des Lernens und Vergessens entwickelt habe. Das hier vorgestellte Buch des Biochemikers, Prof. Frederic Vester, war eines der ersten Bücher die ich dazu gelesen habe, viele andere folgten, bis ich schließlich merkte, dass die anderen im Prinzip nichts Neues brachten, nichts, was im Widerspruch zu Vesters Ausführungen stand oder einen völligen neuen Aspekt ins Blickfeld gerückt hätte. Seine Beschreibung der Psychobiologie des Vergessens ließe sich problemlos auf die Altersdemenz übertragen. Sie steht völlig im Einklang mit den Darlegungen Prof. Bauers, obschon dieser sich nicht auf die Lerntheorie stützt, sondern auf neurowissenschaftliche Studien. Wenn diese Erkenntnisse bei der Erforschung der Demenz bislang nahezu keine Berücksichtigung finden, so weil sich der allgemeine Fokus der Alzheimerforschung einzig und alleine auf die Biomasse konzentriert - als würde diese alles hervorbringen. Wäre man über die zahlreichen gesicherten Erkenntnisse der Lerntheorie an die Erforschung dieser Krankheit herangegangen, könnte man längst viel weiter sein. Stattdessen sucht man weiter einzig auf der Festplatte (Gehirnmaterie) nach den Ursachen für Alzheimer, sucht man nach einer "Pille" oder dem defekten "Schräubchen". Die in den Hirnzellen gespeicherten "Lernprogramme" bleiben unbeachtet. Fragt man nach den Ursachen für diese starre Sichtweise, bleibt man unweigerlich an der naturwissenschaftlichen Definition des Lebens hängen, daran, dass angenommen wird, Geistiges würde sich aus der Materie entwickeln. Hier könnten Mediziner einiges von den Programmierern lernen, nämlich die Tatsache, dass der Geist die Programme schreibt, die, wenn sie nicht kompatibel mit dem Gesamtprogramm sind, Störungen verursachen. Ungeeignete Lernmethoden, Leistungsdruck, Leidensdruck, Versagensangst, Depression, Desinteresse, Resignation u.v.a.m. können die Datenverarbeitung auf verschiedene Weise blockieren. Worte, Bilder werden dann unterbewusst irgendwo abgespeichert, können folglich bewusst nicht erinnert werden. Man hat diese Worte im wahrsten Sinne verlegt, wie einen Gegenstand, der gedankenabwesend abgelegt wurde und nur noch per Zufall wieder gefunden werden kann.

Auch die Alzheimerkrankheit beginnt nicht mit einem plötzlichen Totalausfall des Gedächtnisses, sondern mit kleinen Lücken die allmählich größer werden. Und würde man genau hinschauen, würde man in jedem einzelnen Falle einen lernbiologisch plausiblen Grund dafür finden, dass ausgerechnet das vergessen wurde.

(Kommentar von Adelheid v. Stösser, Januar 2004)